Wie damals alles begann...

Wie ich schon im ersten Eintrag erwähnt habe, begann alles bereits vor fünf Jahren, Oktober 2010.
Entweder kam ich, oder meine Mutter, nach Hause und wir standen in unserer Küche, als sie mir sagte, dass sie beim Arzt gewesen sei.
Es gäbe schlechte Nachrichten und sie platzte auch direkt damit heraus:
Während unser Hausarzt ihr aufgrund von langanhaltenden Darmbeschwerden nur eine Diät nahelegte, hatte der Spezialist reichlich spät einen faustgroßen Tumor am Mastdarm entdeckt.
Sie musste sofort mit der Therapie beginnen und auch schnellstens operiert werden. Da der Tumor fast am Darmausgang saß, musste dieser gänzlich entfernt werden. Das hieß, dass ihr After entfernt werden und verlegt werden musste. Seit diesem Zeitpunkt lebte sie mit einem künstlichen Darmausgang (Stoma), der sich schräg über ihrem Bauchnabel befand und Stoma Beutel tragen.
Meine Mutter war von Natur aus ein sehr sehr lebensfroher Mensch, mit unglaublich viel Humor. Sie nahm das alles hin und ertrug den Schmerz und diese neuen Umstände, ohne sich jemals zu beschweren. Sie war einfach froh, noch weiter mit uns drei Kindern und ihren Tieren zu leben.
Meine Mutter war der mutigste und stärkste Mensch, den ich kenne.

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebsart die auftritt. In Deutschland erkranken etwa 49 von 100.000 Menschen an Darmkrebs. Das macht etwa 6% der Bevölkerung aus. Etwa 2,5-3% versterben daran.

In den darauffolgenden Jahren hatte sie noch zweimal mit dem Krebs zu kämpfen. Der Krebs streute und es bildete sich eine Metastase in Mamas Leber. Das betroffene Stück der Leber wurde entfernt und es ging ihr wieder relativ gut.
Dann fand man Metastasen in dem Lymphknoten am Hals. Diese konnte man nicht operieren, allerdings mittels Chemo verkleinern, bis sie verschwanden.
Selbst während der Chemo-Behandlung ging meine Mutter fast jeden Tag arbeiten. Sie legte die Termine so, dass sie sie meist an einem Freitag bekam, so dass sie sich am Wochenende ausruhen und am Montag wieder zur Arbeit konnte.
Wieder einige Zeit später jedoch fand man, bei einem weiteren Kontrolltermin eine weitere Metastase bei der Leber. Sie war eingekesselt von Arterien, weswegen die Ärzte eine Operation ausschlossen, da meine Mutter unter hoher Wahrscheinlichkeit noch auf dem OP-Tisch verblutet wäre.

18.12.15 23:09

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


AnaBlume (18.12.15 22:28)
Hey,
dass mit deiner Mutter berührt mich sehr, mein Vater hatte auch Darmkrebs. Ich wünsche dir viel Kraft.
Grüße


Rike (18.12.15 22:33)
Hallo Ana
Danke für deinen Kommentar und danke für die lieben Worte. Es tut mir sehr leid, dass dein Vater auch so leiden musste.
Liebe Grüße zurück!

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