Dieses Jahr...

Ende Juni diesen Jahres ging meine Mutter ins Krankenhaus. Bis zu diesem Tag ging es ihr eigentlich ganz gut. Sie hätte weiterarbeiten können, wie sie sagte.Doch sie sollte einen Magenbeipass bekommen.
Meine Mutter fügte sich wie auch schon in den vergangenen Jahren ergeben in ihr Schicksal. Sie hätte ein, bis zwei Wochen im Krankenhaus verbringen sollen.
Daraus wurden 1 1/2 Monate - und aus meiner lebensfrohen, nach eigener Angabe ja arbeitsfähigen Mutter war ein pflegebedürftiges Wrack geworden.
Sie musste insgesamt etwa sieben mal in diesen 1 1/2 Monaten operiert werden, da immer wieder die Naht ihres Magenbeipasses aufgegangen war. Ihre Darmwände waren einfach bereits zu brüchig und die Ärzte konnten anscheinend nicht mehr viel tun. Auch als sie nach hause kam, war die Naht nicht gänzlich geschlossen. Sie hatte mehrere Löcher in der Bauchdecke und immer wieder in dem Zeitraum von Ende August bis November, als sie zuhause gepflegt wurde, gingen diese Löcher auf und verheilten kurze Zeit dann wieder.
Die Dame von der Krankenversicherung, die kam, um den Antrag meiner Mutter auf Pflegegeld zu bearbeiten, war entsetzt und erstaunt zugleich, als wir ihr zeigten, dass der Bauch meiner Mutter aussah wie ein Minenfeld. Sie sagte so etwas habe sie in all den Jahren ihrer Laufbahn bei der Krankenkasse noch nie gesehen. Zu einem Zeitpunkt hatte meine Mutter bis zu sieben Löcher in der Bauchdecke und die Ambulanten Pflegekräfte hatten ihre wahre Not, diese Löcher abzukleben. Immer wieder mussten wir in der Anfangszeit bei der Ambulanz anrufen und jemanden herbeordern, da meine Mutter "Leck schlug" und noch einmal abgeklebt werden musste. Ich traute mich zu dieser Zeit noch nicht, das Abkleben und säubern selbst in die Hand zu nehmen, aus Angst, ich könnte es verschlimmern, oder meiner Mutter wehtun.
Immer wieder mussten wir auch nachts aufstehen und ihr helfen.Sie hatte immer ein furchtbar schlechtes Gewissen, wenn sie uns mit dem Babyfon, das wir extra für diesen Nutzen angeschafft hatten, wecken musste, um versorgt zu werden.
Wir, das heißt meine 19jährige Schwester Lena und ich, haben es allerdings gern gemacht, so nervenaufreibend es auch oft war. Mama konnte schließlich nichts dafür, dass sie Hilfe brauchte.
Zu Anfang war sie immer an eine Pumpe angeschlossen, die sie künstlich ernährte. In den 1 1/2 Monaten im Krankenhaus hatte sie keinen Bissen zu sich genommen und hatte schrecklich abgenommen. Auch zuhause tat sie sich sehr schwer mit dem Essen - bis zum Schluss. Die Pumpe wollte sie allerdings trotzdem nur eine sehr kurze Zeit lang benutzen.

18.12.15 23:27

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Pascale (19.12.15 09:44)
Ich kenne den schmerzlichen Velust eines Elternteils. Mein Vater starb bereits 1989. Ich wünsche Dir eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Liebe Grüße
Pascale

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